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5. Juli 2026 Versorgung

S3-Leitlinie ADHS 2026: Was sich bei Diagnose und Behandlung ändert

Die ADHS-S3-Leitlinie, das höchste wissenschaftliche Regelwerk für Diagnostik und Therapie in Deutschland, wird gerade erstmals grundlegend überarbeitet. Die neue Fassung verlangt eine strukturiertere Diagnostik über die gesamte Lebensspanne, härtere Anforderungen an die Qualifikation der Behandelnden und eine stärkere Berücksichtigung von Komorbiditäten. Für Erwachsene wichtig: Die Leitlinie soll klarer regeln, wer eine ADHS-Diagnose stellen darf und wie ein seriöser Diagnoseprozess aussieht. Damit werden unstrukturierte Online-Schnelltests als Diagnoseersatz noch eindeutiger ausgeschlossen. Die Konsultationsfassung wird aktuell finalisiert.

Quelle: test-adhs.de, 5.07.2026

16. Juni 2026 Studie

Methylphenidat in Europa: Verschreibungen bei Erwachsenen deutlich gestiegen

Daten aus fünf europäischen Ländern zeigen: ADHS bei Erwachsenen wird inzwischen deutlich häufiger medikamentös behandelt als noch vor zehn Jahren. Die Verschreibungszahlen für Methylphenidat und Lisdexamfetamin sind in allen untersuchten Ländern gestiegen, besonders stark bei Frauen über 30. Die Forschenden werten das als Zeichen verbesserter Diagnostik, nicht als Überdiagnostik. Viele Betroffene hatten ihre Symptome bis ins Erwachsenenalter ohne Diagnose und ohne Unterstützung getragen. Die Auswertung erschien im Juni 2026.

Quelle: aponet.de, 16.06.2026

12. Juni 2026 Studie

Entwarnung: Methylphenidat in der Kindheit erhöht Psychose-Risiko nicht

Eine häufige Sorge bei Eltern: Macht das Medikament mein Kind psychisch krank? Eine aktuelle Studie gibt darauf eine klare Antwort: Nein. Forschende haben untersucht, ob Methylphenidat bei Kindern mit ADHS das Risiko für spätere psychotische Erkrankungen erhöht. Die Ergebnisse zeigen keinen solchen Zusammenhang. Das Gegenteil zeichnet sich ab: Behandelte Kinder hatten im weiteren Verlauf seltener schwere psychische Folgeprobleme als unbehandelte. Für Eltern, die sich über Langzeitfolgen der Medikation unsicher sind, ist das ein wichtiger Befund.

Quelle: aponet.de, 12.06.2026

8. Juni 2026 Forschung

ADHS bei Frauen: Uni Marburg will Diagnoselücke systematisch schließen

Frauen mit ADHS werden im Schnitt deutlich später diagnostiziert als Männer. Oft werden ihre Symptome als Angst oder Depression fehlgedeutet, weil das klassische ADHS-Bild nach wie vor männlich geprägt ist. Die Universität Marburg hat im Juni 2026 ein groß angelegtes Forschungsprojekt gestartet, das geschlechtsspezifische Barrieren in Diagnose und Behandlung untersucht. Ziel sind konkrete Handlungsempfehlungen für die klinische Praxis. Das Projekt ist auf mehrere Jahre ausgelegt und wird öffentlich gefördert.

Quelle: Tagesschau / HR, 8.06.2026

12. März 2026 Studie

ADHS ist komplexer als bisher gedacht: Forschung identifiziert drei neurologische Unterformen

Eine am 25. Februar 2026 in JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie könnte das Verständnis von ADHS grundlegend verändern. Ein Forscherteam der Kliniken in China und den USA analysierte die Gehirnstruktur von rund 1.000 Kindern mit ADHS mithilfe eines KI-Algorithmus. Das Ergebnis: ADHS lässt sich in drei klar trennbare neurologische Untergruppen einteilen. Jede Untergruppe zeigt charakteristische Muster in Hirnstruktur und Neurotransmitterprofilen. Die Autoren sehen darin einen vielversprechenden Rahmen für personalisierte Therapiestrategien in der Zukunft.

Quelle: Berliner Morgenpost, 12.03.2026

12. März 2026 Studie

Digitale Therapie-App so wirksam wie Verhaltenstherapie: Studie mit 337 Erwachsenen

Erwachsene mit ADHS müssen oft monatelang auf einen Therapieplatz warten. Eine klinische Studie der Universität des Saarlandes zeigt jetzt: Die digitale Anwendung Attexis erzielt ähnliche Effekte wie eine persönliche Psychotherapie. An der randomisierten Studie nahmen 337 Erwachsene mit bestätigter ADHS-Diagnose teil. Neben ihrer bestehenden Behandlung nutzten sie drei Monate lang die App. Ergebnis: Die Schwere der Symptome verbesserte sich statistisch signifikant, das Selbstwertgefühl stieg, depressive Begleitsymptome nahmen ab. Attexis ist seit August 2025 auf Rezept von den gesetzlichen Krankenkassen erstattungsfähig.

Quelle: Deutsches Gesundheitsportal, 12.03.2026

11. Februar 2026 Versorgung

Philipps-Universität Marburg erhält 1,3 Mio. Euro für ADHS-Forschung bei Frauen

Mädchen und Frauen mit ADHS erhalten im Schnitt deutlich später eine Diagnose als Jungen. Häufig werden sie mit Depressionen oder Angststörungen fehldiagnostiziert. Das neue Forschungsprojekt GAP-ADHS unter der Leitung von Dr. Anna Szép will diese Versorgungslücke systematisch untersuchen. Mit 1,3 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses werden über mehrere Jahre geschlechtsspezifische Diagnose- und Behandlungshürden erfasst. Ziel sind konkrete Handlungsempfehlungen für Praxis, Ausbildung und Diagnostik.

Quelle: Philipps-Universität Marburg, 11.02.2026

19. Januar 2026 Medikamente

ADHS-Medikamente 2026: Aktuelle Zulassungslage in Deutschland im Überblick

In Deutschland sind aktuell mehrere Wirkstoffe zur ADHS-Behandlung zugelassen. Methylphenidat ist weiterhin das meistverordnete Mittel, Lisdexamfetamin (Elvanse) steht als Alternative vor allem für Erwachsene zur Verfügung. Neu seit 2023: Kinecteen ist nun auch für Erwachsene zugelassen. Lisdexamfetamin-Generika sind inzwischen ebenfalls erhältlich. Das Nicht-Stimulans Atomoxetin (Strattera) bleibt eine Option für Betroffene, die auf Stimulanzien nicht ansprechen oder diese nicht vertragen. Für alle Medikamente gilt: Verschreibungspflichtig, BtM-Rezept erforderlich.

Quelle: ADHSpedia, Januar 2026

20. November 2025 Forschung

Genetik: Seltene Varianten in drei Genen erhöhen ADHS-Risiko um das bis zu 15-Fache

Eine internationale Studie unter Leitung der Universität Aarhus, veröffentlicht in Nature, zeigt: Seltene Varianten in den Genen MAP1A, ANO8 und ANK2 erhöhen das ADHS-Risiko dramatisch. Analysiert wurden genetische Daten von fast 9.000 Personen mit ADHS und 54.000 ohne. Betroffene mit diesen Varianten zeigten zusätzlich eine messbare Abnahme von IQ-Werten und häufiger Einschränkungen in Bildung und sozioökonomischem Status. Die Forschenden betonen, dass diese Ergebnisse die Basis für personalisierte Behandlungsansätze bilden könnten.

Quelle: Biermann Medizin, 20.11.2025

29. Oktober 2025 Studie

Forschungsstand 2025: ADHS im Erwachsenenalter bleibt lebenslang, multimodale Behandlung wirkt am besten

Eine umfangreiche Übersicht aktueller Studiendaten aus 2025 zeigt: Kontinuierliche Stimulanzientherapie bei Erwachsenen erzielt langfristige kognitive und funktionelle Verbesserungen ohne Hinweise auf zunehmende Toleranzentwicklung. Die besten Behandlungsergebnisse werden erreicht, wenn Medikation und verhaltensorientierte Strategien kombiniert werden. Gleichzeitig zeigen bildgebende Studien, dass die ausgeprägten Hirnstrukturveränderungen aus der Kindheit im Erwachsenenalter häufig schwächer werden, was auf Kompensationsmechanismen hindeutet.

Quelle: Just Medical, Oktober 2025

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