12. März 2026
Studie
ADHS ist komplexer als bisher gedacht: Forschung identifiziert drei neurologische Unterformen
Eine am 25. Februar 2026 in JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie könnte das Verständnis von ADHS grundlegend verändern. Ein Forscherteam der Kliniken in China und den USA analysierte die Gehirnstruktur von rund 1.000 Kindern mit ADHS mithilfe eines KI-Algorithmus. Das Ergebnis: ADHS lässt sich in drei klar trennbare neurologische Untergruppen einteilen. Jede Untergruppe zeigt charakteristische Muster in Hirnstruktur und Neurotransmitterprofilen. Die Autoren sehen darin einen vielversprechenden Rahmen für personalisierte Therapiestrategien in der Zukunft.
Quelle: Berliner Morgenpost, 12.03.2026
12. März 2026
Studie
Digitale Therapie-App so wirksam wie Verhaltenstherapie: Studie mit 337 Erwachsenen
Erwachsene mit ADHS müssen oft monatelang auf einen Therapieplatz warten. Eine klinische Studie der Universität des Saarlandes zeigt jetzt: Die digitale Anwendung Attexis erzielt ähnliche Effekte wie eine persönliche Psychotherapie. An der randomisierten Studie nahmen 337 Erwachsene mit bestätigter ADHS-Diagnose teil. Neben ihrer bestehenden Behandlung nutzten sie drei Monate lang die App. Ergebnis: Die Schwere der Symptome verbesserte sich statistisch signifikant, das Selbstwertgefühl stieg, depressive Begleitsymptome nahmen ab. Attexis ist seit August 2025 auf Rezept von den gesetzlichen Krankenkassen erstattungsfähig.
Quelle: Deutsches Gesundheitsportal, 12.03.2026
11. Februar 2026
Versorgung
Philipps-Universität Marburg erhält 1,3 Mio. Euro für ADHS-Forschung bei Frauen
Mädchen und Frauen mit ADHS erhalten im Schnitt deutlich später eine Diagnose als Jungen. Häufig werden sie mit Depressionen oder Angststörungen fehldiagnostiziert. Das neue Forschungsprojekt GAP-ADHS unter der Leitung von Dr. Anna Szép will diese Versorgungslücke systematisch untersuchen. Mit 1,3 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses werden über mehrere Jahre geschlechtsspezifische Diagnose- und Behandlungshürden erfasst. Ziel sind konkrete Handlungsempfehlungen für Praxis, Ausbildung und Diagnostik.
Quelle: Philipps-Universität Marburg, 11.02.2026
19. Januar 2026
Medikamente
ADHS-Medikamente 2026: Aktuelle Zulassungslage in Deutschland im Überblick
In Deutschland sind aktuell mehrere Wirkstoffe zur ADHS-Behandlung zugelassen. Methylphenidat ist weiterhin das meistverordnete Mittel, Lisdexamfetamin (Elvanse) steht als Alternative vor allem für Erwachsene zur Verfügung. Neu seit 2023: Kinecteen ist nun auch für Erwachsene zugelassen. Lisdexamfetamin-Generika sind inzwischen ebenfalls erhältlich. Das Nicht-Stimulans Atomoxetin (Strattera) bleibt eine Option für Betroffene, die auf Stimulanzien nicht ansprechen oder diese nicht vertragen. Für alle Medikamente gilt: Verschreibungspflichtig, BtM-Rezept erforderlich.
Quelle: ADHSpedia, Januar 2026
20. November 2025
Forschung
Genetik: Seltene Varianten in drei Genen erhöhen ADHS-Risiko um das bis zu 15-Fache
Eine internationale Studie unter Leitung der Universität Aarhus, veröffentlicht in Nature, zeigt: Seltene Varianten in den Genen MAP1A, ANO8 und ANK2 erhöhen das ADHS-Risiko dramatisch. Analysiert wurden genetische Daten von fast 9.000 Personen mit ADHS und 54.000 ohne. Betroffene mit diesen Varianten zeigten zusätzlich eine messbare Abnahme von IQ-Werten und häufiger Einschränkungen in Bildung und sozioökonomischem Status. Die Forschenden betonen, dass diese Ergebnisse die Basis für personalisierte Behandlungsansätze bilden könnten.
Quelle: Biermann Medizin, 20.11.2025
29. Oktober 2025
Studie
Forschungsstand 2025: ADHS im Erwachsenenalter bleibt lebenslang, multimodale Behandlung wirkt am besten
Eine umfangreiche Übersicht aktueller Studiendaten aus 2025 zeigt: Kontinuierliche Stimulanzientherapie bei Erwachsenen erzielt langfristige kognitive und funktionelle Verbesserungen ohne Hinweise auf zunehmende Toleranzentwicklung. Die besten Behandlungsergebnisse werden erreicht, wenn Medikation und verhaltensorientierte Strategien kombiniert werden. Gleichzeitig zeigen bildgebende Studien, dass die ausgeprägten Hirnstrukturveränderungen aus der Kindheit im Erwachsenenalter häufig schwächer werden, was auf Kompensationsmechanismen hindeutet.
Quelle: Just Medical, Oktober 2025
ℹ️
Die hier zusammengefassten Meldungen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen (Fachjournale, Universitätspressemitteilungen, Gesundheitsportale). Alle Quellenlinks sind angegeben und nachprüfbar. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.