„Als ich die Diagnose meines Sohnes schwarz auf weiß sah, fühlte ich zuerst Erleichterung, dann eine riesige Verantwortung. Ich kenne das Gedankenkarussell als Betroffener selbst. Diese Kombination erlaubt es mir, die Welt mit den Augen meines Kindes zu sehen und gleichzeitig als Vater die nötigen Strukturen zu schaffen."

Meine Geschichte

Die Diagnose kam nach 42 Jahren. Den ersten Schritt habe ich gemacht, als die Depressionen so schwer wurden, dass ich nicht mehr weiter wusste. Ich brauchte Hilfe, und habe sie mir geholt. Zuerst zu einem Psychotherapeuten, dann zu einem Psychiater in Recklinghausen. Der hatte nach meiner ersten Schilderung sofort eine Vermutung. Zwei Wochen später stand fest: ADHS.

Was danach passierte, überraschte mich selbst: Mein Leben verbesserte sich schlagartig. Dank der Medikamente und der richtigen Behandlung fand ich eine Stabilität, die ich lange nicht gekannt hatte. Mittlerweile brauche ich weder Antidepressiva noch ADHS-Medikamente mehr. Das sage ich nicht, um irgendetwas zu verharmlosen, sondern weil es zeigt, was möglich ist, wenn man die richtige Diagnose bekommt und aktiv daran arbeitet.

Vor der Diagnose galt ich für viele als seltsam. Manche hielten mich für faul oder schlampig, wegen der Prokrastination. Die Gefühlswelt war chaotisch. Kleine Veränderungen in der Tonalität eines Gesprächs ließen mich stundenlang grübeln. Dieser Hang zum Absurden, diese nicht-lineare Denkweise, ich konnte sie mir nicht erklären. Jetzt kann ich es.

Wer ich bin

  • Name: Ozan Aydin
  • Beruf: Senior Business Development Manager
  • Wohnort: Tangermünde, Sachsen-Anhalt
  • Diagnose: ADHS, Alter 42
  • Erfahrung: Über 4 Jahre mit Diagnose im Alltag
  • Kein Antidepressivum mehr seit der Diagnose
  • Kein ADHS-Medikament mehr nötig
  • Sohn ebenfalls mit ADHS diagnostiziert
  • Stärke: kreatives, nicht-lineares Denken

Meine Stärke: das ADHS-Gehirn

Ich bin Senior Business Development Manager, und ADHS ist in diesem Beruf manchmal mein größter Vorteil. Ideen sprudeln oft aus mir heraus. Sie umzusetzen ist die Herausforderung, aber meine Stärke liegt in der Kreativität: Ich kann Probleme mit einer Denkweise angehen, die nicht linear verläuft. Ich lenke Ideen in Richtungen, die andere nicht sehen. Das ist kein Makel, das ist meine Art zu denken.

ADHS bringt echte Stärken mit sich: Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Hyperfokus auf Themen, die brennen, und die Fähigkeit, außerhalb der Box zu denken. Die Herausforderung ist nicht, diese Eigenschaften loszuwerden, sondern sie zu verstehen und zu nutzen.

ADHS als Krankheit? Meine Sicht

Auch wenn meine Domain adhs-krankheit.de heißt: Ich sehe ADHS heute nicht mehr als reine Krankheit. Es ist eine andere Art der Gehirnverdrahtung. Wer mit ADHS lebt, kennt nicht nur Chaos und Erschöpfung. Er kennt auch Kreativität, Begeisterungsfähigkeit und die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die andere übersehen.

Den Begriff "Krankheit" habe ich in der Domain bewusst beibehalten, weil die meisten Betroffenen so suchen. Aber wer diese Seite liest, soll verstehen: ADHS ist kein Defekt. Es ist eine Besonderheit, die Verständnis braucht, keine Beschämung.

Warum diese Website?

Nach meiner Diagnose suchte ich nach Informationen, und fand vieles: Fachbeiträge, die ich kaum verstand. Foren mit Halbwissen. Englischsprachige Ressourcen. Aber keine einzige deutschsprachige Seite, die das Thema verständlich aufbereitet und aus der Perspektive eines Betroffenen beleuchtet, für Erwachsene und für Eltern.

Also habe ich adhs-krankheit.de gebaut. Nicht als Arzt oder Therapeut, sondern als jemand, der die Fragen aus eigener Erfahrung kennt. Vielleicht kann ich durch meinen Beitrag anderen Betroffenen helfen, früher zu verstehen, was mit ihnen los ist. Das wäre genug.

Eine Erfahrung, die alles verändert hat

"In der REHA im Schwarzwald saß ich zum ersten Mal mit Eltern zusammen, die genau dasselbe erlebten wie ich. Plötzlich war nichts mehr seltsam. Alles war normal."

2024 bin ich mit meinem Sohn für vier Wochen in eine Reha in den Schwarzwald gefahren. Es war eine der besten Entscheidungen, die ich als Vater getroffen habe. Nicht nur meinem Sohn hat es geholfen, auch mir. Im Austausch mit anderen Eltern, deren Kinder ebenfalls ADHS haben, verstand ich: Das, was wir täglich erleben, ist kein Versagen. Es ist einfach das Leben mit einem ADHS-Kind.

Kinder mit ADHS sind sehr impulsiv und handeln oft nicht rational. Das macht den Alltag zwischen Extremen und normalen Momenten manchmal anstrengend. Aber wenn man versteht, dass hinter jedem Ausbruch keine Absicht steckt, sondern Biologie, verändert das alles. Man hört auf zu kämpfen und fängt an zu begleiten.

Diese Erkenntnis, kombiniert mit dem Austausch mit Fachärzten und Therapeuten in der Reha, ist eine der Grundlagen dieser Website.

Was diese Seite ist, und was nicht

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Diese Seite ist kein medizinisches Angebot. Ich bin kein Arzt, kein Psychologe, kein Therapeut. Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Die Texte wurden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und von mir persönlich geprüft und überarbeitet.

Die Inhalte dieser Website stützen sich auf die AWMF-Leitlinien zu ADHS und die Informationen des ADHS Deutschland e.V., ergänzt durch persönliche Erfahrung.

Bei Fragen, Korrekturen oder Feedback freue ich mich über eine Nachricht: o.aydin78+adhs@gmail.com

42
Jahre bis zur
Diagnose
2 Wo.
Dauer des
Diagnosewegs
0
Medikamente
heute nötig
ADHS in der
Familie
4 Wo.
Reha im
Schwarzwald 2024
O
Ozan Aydin
Selbst ADHS-betroffen (Diagnose mit 42), Vater eines Sohnes mit ADHS, Senior Business Development Manager
Erstellt: 10.03.2026 Zuletzt geprüft: 25.03.2026 Kein medizinischer Rat