„Der Psychiater in Recklinghausen hatte nach meiner ersten Schilderung sofort eine Vermutung. Es hat mich überwältigt, zum ersten Mal wirklich verstanden zu werden. Es war befreiend."
Mein Diagnoseweg hat vom ersten Arzttermin bis zur endgültigen Diagnose nur zwei Wochen gedauert. Nicht weil das der Normalfall ist, sondern weil ich Glück hatte und den richtigen Weg kannte. Ich hatte meine Krankenkasse nach der psychiatrischen Terminservicestelle gefragt. Die Kasse ist gesetzlich verpflichtet, innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu vermitteln. Das hat alles beschleunigt.
Der Psychiater stellte nach meiner ersten Schilderung direkt eine Arbeitshypothese. Nach einigen Tests und einem kurzen Medikamenten-Test wurde die Diagnose bestätigt. Was ich mir früher gewusst hätte: Man muss aktiv werden, sobald man spürt, dass etwas nicht stimmt. Ich habe diesen Schritt mit 42 gemacht, weil ich vorher alles irgendwie maskieren konnte. Aber je früher, desto besser.